Fragen und Antworten

Die Übersicht beantwortet häufig gestellte Fragen rund um das Deutschlandstipendium und die Aufgaben des Servicezentrums.

Allgemeine Fragen

An wen richtet sich das Angebot des Servicezentrums Deutschlandstipendium?
Das Beratungsangebot des Servicezentrums Deutschlandstipendium richtet sich an Hochschulen sowie private Geldgeber wie Unternehmen, Stiftungen, Vereine, Verbände oder auch Privatpersonen.

An wen müssen sich Studierende wenden, wenn sie sich für ein Stipendium bewerben wollen?
Studierende wenden sich direkt an ihre Hochschule, um Näheres zu den konkreten Bewerbungsfristen und -modalitäten zu erfahren. Details zu den Fördermöglichkeiten finden sie auch auf der Website www.deutschlandstipendium.de des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

 

Informationen für Hochschulen

Welche Hochschulen können am Programm teilnehmen?
Alle staatlichen und staatlich anerkannten Hochschulen in Deutschland können Deutschlandstipendien anbieten. Vom Programm ausgeschlossen sind dabei lediglich Hochschulen in Trägerschaft des Bundes.

Unterstützt das Servicezentrum Deutschlandstipendium Hochschulen auch beim Einwerben von Stipendien?
Ja, das Servicezentrum Deutschlandstipendium bietet Hochschulen individuelle Beratung, beispielsweise über Methoden und Instrumente, die sich für ein erfolgreiches, strategisches Stipendien-Fundraising eignen. Bei der Suche nach konkreten Förderern unterstützt das Servicezentrum Hochschulen ebenfalls. Des Weiteren informiert es potenzielle Mittelgeber über Fördermöglichkeiten im Rahmen des Deutschlandstipendiums.

In welcher Weise bietet das Servicezentrum konkrete Unterstützung bei der Ausgestaltung der Stipendien?
Das Servicezentrum Deutschlandstipendium unterstützt und begleitet Hochschulen bei der Formulierung von Fördervereinbarungen sowie bei der Ausgestaltung der Zusammenarbeit mit potenziellen Förderern. Dabei greift es auf das im Stifterverband vorhandene, umfangreiche Erfahrungswissen zu Themen wie Fördervolumen, Sichtbarkeit des Förderers oder der Identifikation geeigneter Auswahlkriterien zurück. Gerne unterstützen die Mitarbeiter des Servicezentrums interessierte Hochschulen im Rahmen einer individuellen Beratung.

Welche Verpflichtung gehen Hochschule mit der Teilnahme ein?
Die Umsetzung des Deutschlandstipendiums liegt im Wesentlichen bei den Hochschulen. Diese können selbstständig Förderrichtlinien festlegen, entsprechende Mittel einwerben und Auswahlverfahren von Stipendiatinnen und Stipendiaten durchführen. Bei den unterschiedlichen Planungs- und Umsetzungsschritten ist das Servicezentrum Deutschlandstipendium den Hochschulen gerne behilflich und unterstützt sie durch eine umfassende Beratung.

 

Informationen für Förderer

Was habe ich als Förderer von meinem Engagement?
Das Engagement als Förderer zahlt sich in vielerlei Hinsicht aus. Unternehmen profitieren vom Kontakt zu talentierten Studierenden und können damit potenzielle Nachwuchskräfte kennenlernen. Kooperationen mit Hochschulen geben neue Impulse für das Geschäft und lassen ein regionales Netzwerk zwischen Wirtschaft und Wissenschaft entstehen. Privatpersonen können mit der Förderung etwas an ihre ehemalige Hochschule und an die Studierenden zurückgeben sowie Anreize für Spitzenleistungen setzen. Gleichzeitig wird im Zusammenwirken von Staat und Zivilgesellschaft eine neue Stipendienkultur geschaffen, die den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Deutschland zukunftsfähig macht. Ausführliche Informationen, warum sich Fördern lohnt, finden Sie hier:
Warum es sich lohnt

Wer wird mit meinem Geld gefördert?
Das Deutschlandstipendium fördert Studierende mit herausragenden Leistungen. Zu den Auswahlkriterien zählen neben Erfolgen in Schule und/oder Studium auch die Bereitschaft, im sozialen Umfeld, in der Familie, im Verein oder in einer sozialen Einrichtung Verantwortung zu übernehmen sowie die Überwindung von etwa herkunftsbedingten biografischen Hindernissen.

Wie erfahren Unterstützer, an welchen Hochschulen es  Fördermöglichkeiten gibt?
Das Servicezentrum Deutschlandstipendium berät interessierte Förderer bei der Suche nach geeigneten Hochschulen. Es verfügt über aktuelle Informationen über nicht ausgeschöpfte Stipendienkontingente und stellt diese Unternehmen, Stiftungen und Privatpersonen zur Verfügung. Auf diese Weise lassen sich Förderpotenziale bestmöglich ausschöpfen.

Wie hoch muss der private Förderbeitrag sein?
Der private Mindestförderumfang liegt für ein Stipendium bei 150 Euro pro Monat, die durch 150 Euro aus Bundesmitteln ergänzt werden. Stipendien werden für mindestens ein Jahr zur Verfügung gestellt. Hieraus ergibt sich ein Mindestförderbetrag von 1.800 Euro. Viele Hochschulen bieten auch die Möglichkeit an, mit kleineren Beträgen den Aufbau eines allgemeinen Stipendienfonds zu unterstützen.

Wie viele Stipendiaten kann ich fördern?
Förderer können beliebig viele Stipendien einrichten. Dabei können sie – ganz im Sinne einer nachhaltigen Talentförderung – Studierende auch ab dem ersten Semester für die gesamte Regelstudienzeit eines Studiengangs fördern. Darüber hinaus lässt sich der monatliche Beitrag pro Stipendium beliebig erhöhen. Allerdings beträgt der staatliche Zuschuss pro Stipendium maximal 150 Euro monatlich.

Haben die Förderer ein Mitspracherecht bei der Auswahl von Stipendiatinnen und Stipendiaten?
Die Entscheidung über die Auswahl von Stipendiatinnen und Stipendiaten trifft allein die Hochschule. Förderer können in den Auswahlgremien beratend vertreten sein, wenn und soweit die Hochschule dies vorsieht. Außerdem haben Förderer ein – eingeschränktes – Mitspracherecht bei der Mittelverwendung. Sie können ihre Mittel gezielt für eine Fachrichtung oder einen Studiengang ihrer Wahl einsetzen. Bis zu zwei Drittel aller Stipendien, die die Hochschule in einem Kalenderjahr bewilligt, dürfen mit einer solchen Zweckbindung versehen sein. Im Gegenzug bedeutet dies, dass eine Hochschule mindestens ein Drittel der maximal zu vergebenden Stipendien ohne Zweckbindung einwerben muss. Diese Regelung dient einer gleichmäßigen Verteilung der Stipendien auf die Fachbereiche und Fächer. Wenn unterschiedliche Zweckbindungen zu einer gleichmäßigen Verteilung der Stipendien auf die verschiedenen Fachbereiche führen, kann von der Anwendung der Zwei-Drittel-Regelung abgesehen werden. Zudem können Förderer unverbindliche Wünsche, zum Beispiel zur sozialen Situation oder zu einem Migrations- oder Fluchthintergrund der Stipendiatin oder des Stipendiaten, äußern.

 

Informationen zum Thema Steuerrecht

Welche Leistungen kann eine Hochschule anbieten, ohne dass aus der Spende des Förderers eine Sponsoring-Leistung wird?
Je nachdem, welche Ziele ein privater Mittelgeber verfolgt, ist der private Anteil des Deutschlandstipendiums als Spende oder als Sponsoring zu qualifizieren. Für den privaten Mittelgeber wirkt sein Beitrag zum Deutschlandstipendium in jedem Falle steuerbegünstigend, nämlich entweder im Rahmen des Spendenabzugs (§ 10b Abs. 1 S. 1 EStG, § 9 Abs. 1 Nr. 2 KStG) oder – im Falle des Sponsorings – als Betriebsausgabe (§ 4 Abs. 4 EStG).

Für die Hochschule ist die Frage, ob eine Spende oder Sponsoring vorliegt, von großer steuerrechtlicher Bedeutung, denn sie muss Mittel, die sie im Wege des Sponsoring erhält, als Betriebseinnahmen versteuern (regelmäßig als Einnahmen eines Betriebs gewerblicher Art [§ 4 Abs. 2 KStG] bzw. eines wirtschaftlichen Geschäftsbetriebs [§ 64 AO]).

Mit dem Schreiben vom 18. Februar 1998 (BStBl. 1998 I, S. 212) hat das BMF die wesentlichen Abgrenzungskriterien zwischen Spende und Sponsoring festgelegt:
Eine Spende zur Förderung steuerbegünstigter Zwecke (§ 10b EStG) wird freiwillig oder aufgrund einer freiwillig eingegangenen Rechtspflicht erbracht. Sie ist kein Entgelt für eine bestimmte Leistung des Empfängers und steht nicht in einem tatsächlichen wirtschaftlichen Zusammenhang mit dessen Leistungen (BFH vom 25. November 1987, BStBl II 1988, S. 220).

Demgegenüber ist Sponsoring die "Gewährung von Geld oder geldwerten Vorteilen durch Unternehmen zur Förderung von Personen, Gruppen und/oder Organisationen in sportlichen, kulturellen, kirchlichen, wissenschaftlichen, sozialen, ökologischen oder ähnlich bedeutsamen gesellschaftspolitischen Bereichen, mit der regelmäßig auch eigene unternehmensbezogene Ziele der Werbung oder Öffentlichkeitsarbeit verfolgt werden" (BMF, aaO). Sponsoring setzt einen entsprechenden Vertrag zwischen Sponsor und Empfänger der Leistungen voraus.

Für das Deutschlandstipendium bedeutet das:
Formulierungen wie "Deutschlandstipendium der Firma X an der Hochschule Y", "Deutschlandstipendium, gefördert von Firma X" oder "Firma-X-Deutschlandstipendium" sind grundsätzlich zulässig und in Verbindung mit dem Logo des Deutschlandstipendiums auch erwünscht. Insoweit führt die bloße Verwendung des Namens, mit dem lediglich auf die Unterstützung des Stipendiengebers hingewiesen wird und in der noch keine aktive Werbemaßnahme der Hochschule zu sehen ist, nicht zu einer Begründung eines wirtschaftlichen Geschäftsbetriebes oder eines Betriebes gewerblicher Art.

Die Grenze zwischen Spende und Sponsoring ist fließend. Im konkreten Einzelfall sollte insbesondere bei weiteren Aktivitäten (zum Beispiel wenn in begleitenden Publikationen Image- oder Produktanzeigen des Sponsors veröffentlicht werden oder wenn auf das Unternehmen und dessen Produkte in anderer Weise besonders hingewiesen wird) das zuständige Finanzamt befragt werden und über die Einordnung einer finanziellen Unterstützung als Spende oder Sponsoring entscheiden.

Fazit: Mit Blick auf die steuerrechtlichen Konsequenzen sollten die Hochschulen prüfen, inwieweit sie (werblich) für die Förderer tätig werden können und wollen.

 
Wie lange können Deutschlandstipendien an den Hochschulen verwahrt werden?

Diese Frage stellt sich beispielsweise, wenn Stipendien aus mehreren Spenden zusammengesetzt werden und der notwendige Gesamtbetrag noch nicht erreicht ist. Sie stellt sich auch, wenn die Höchstförderquote für das laufende Jahr ausgeschöpft ist und das Stipendium erst im Folgejahr vergeben werden kann.

Ob der private Förderanteil des Deutschlandstipendiums in die Rücklage der Hochschulen eingestellt werden kann, hängt davon ab, ob die Hochschule in staatlicher oder in nichtstaatlicher Trägerschaft steht. Weil die stark voneinander abweichenden Länderbestimmungen keine allgemeingültigen Aussagen mit Blick auf die staatlichen Hochschulen zulassen, kann im Folgenden nur die Rücklagenbildung bei nicht-staatlichen steuerbegünstigten Hochschulen behandelt werden:

Grundsätzlich müssen die Mittel einer steuerbegünstigten Körperschaft zeitnah für den gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Zweck verwendet werden (§§ 55 Abs. 1 Nr. 5 AO). Im Hinblick auf die eingangs genannten Beispiele sind dabei folgende Punkte zu beachten:

1. Eine zeitnahe Mittelverwendung ist gegeben, wenn die Mittel spätestens im nächsten Jahr zweckgemäß verwendet werden (§ 55 Abs. 1 Nr. 5 S. 3 AO).

2. Es ist unschädlich diese Mittel in eine Rücklage einzustellen, wenn diese für ein konkretes, in absehbarer Zukunft liegendes Projekt gebildet wird (§ 58 Nr. 6 AO).

Fazit: Bei nichtstaatlichen steuerbegünstigten Hochschulen gilt Folgendes: Können private Anteile am Deutschlandstipendium im Jahr der Zuwendung nicht als Stipendien vergeben werden, so sind diese Mittel spätestens im folgenden Jahr zweckgemäß zu verwenden. Grundsätzlich kann auch die Einstellung solcher Mittel in eine unschädliche Projekt-Rücklage erfolgen, wenn Teile des "Projektes" Deutschlandstipendium zwar nicht zeitnah, aber in absehbarer Zeit verwirklicht werden können.

 
Wie werden der staatliche Anteil am Deutschlandstipendium und die Akquisekostenpauschale umsatzsteuerlich behandelt?

1. Der staatliche Anteil am Deutschlandstipendium unterliegt nicht der Umsatzsteuer, da es an einer entgeltlichen Leistungsbeziehung zwischen Hochschule und Bund fehlt.

2. Auch die Akquisekostenpauschale unterliegt als sogenannter echter Zuschuss nicht der Umsatzsteuer.

3. Bei der Akquisekostenpauschale handelt es sich um Geldleistungen des Bundes für sonstige Zweckausgaben der Hochschulen. Anders als Verwaltungskosten, die nach Art. 109 Abs. 1 GG von den Ländern zu tragen sind, dienen diese Zweckausgaben dem Aufbau von Fundraisingstrukturen an den teilnehmenden Hochschulen, wodurch den Hochschulen die Mitteleinwerbung und Erweiterung des Profils der Hochschule durch eigene Stipendien erleichtert werden soll. Die Pauschale dient auch dem allgemeinpolitischen Ziel einer nachhaltigen Belebung der Stipendienkultur in Deutschland. Die Zahlung erfolgt nicht auf Grund einer von der Hochschule erbrachten Leistung.

Fazit: Sowohl der staatliche Anteil am Deutschlandstipendium als auch die Akquisekostenpauschale unterliegen nicht der Umsatzsteuer.

 
Wie wird das Deutschlandstipendium auf Seiten der Stipendiatin oder des Stipendiaten steuerlich behandelt?

Das Deutschlandstipendium wurde so ausgestaltet, dass es sich bei den Deutschlandstipendien in der Regel nicht um steuer- oder sozialabgabenpflichtiges Einkommen handelt. Ausnahmen können sich ergeben, wenn eine private Hochschule staatlich anerkannt, aber nicht gemeinnützig ist.

Für sämtliche hier dargestellten Informationen zu steuerrechtlichen Fragen in Zusammenhang mit dem Deutschlandstipendium übernimmt der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft keine Haftung oder Garantie.

 

Kontakt

Dr. Alexander Tiefenbacher

Servicezentrum Deutschlandstipendium
Pariser Platz 6
10117 Berlin
T 030 322982-514
F 030 322982-515

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