Rückenwind für Hürdenläufer

Ein Wettbewerb des Stifterverbandes zur Auszeichnung von Diversität unter den Geförderten des Deutschlandstipendiums

Bewerbungsschluss: 5. April 2019

Derzeit werden rund 26.000 Studierende an über 300 Hochschulen mit einem Deutschlandstipendium gefördert. Neben der Auszeichnung von Talent und Leistung sowie sozialem Engagement sollen bei diesem Förderinstrument auch die besonderen sozialen, familiären oder persönlichen Umstände der Studierenden Berücksichtigung finden. Die durch dieses bildungsbiografische Auswahlkriterium geförderten Zielgruppen können beispielsweise Studierende mit Migrations- oder Fluchthintergrund, aus bildungsfernen Elternhäusern (Studienpioniere), mit körperlicher Beeinträchtigung oder mit betreuungsbedürftigen Angehörigen sein. Durch eine Fokussierung auf dieses Förderkriterium möchte der Wettbewerb die individuellen Geschichten und Persönlichkeiten der Stipendiatinnen und Stipendiaten in den Vordergrund rücken und den ganzheitlichen Leistungsbegriff des Stipendiums verdeutlichen.

Des Weiteren möchte er aufzeigen, welchen Stellenwert die bildungsbiografischen Merkmale der Studierenden für die Hochschulen besitzen und wie sie mit ihnen in der Praxis umgehen. Er will deutlich machen, welche Maßnahmen die Hochschulen ergreifen, um die entsprechenden Zielgruppen zu identifizieren, in die Förderung aufzunehmen und durch begleitende Initiativen zu unterstützen. Mit dem Wettbewerb "Rückenwind für Hürdenläufer" will der Stifterverband die besten und kreativsten Hochschulmaßnahmen zur Förderung von Diversität unter den Deutschlandstipendiaten identifizieren und auszeichnen.

 

Antragsinhalte

Eingereichte Anträge sollten auf die folgenden Themenfelder näher eingehen:

  • Stellenwert: Nutzung in Förderstrategie und Kommunikation
    Die Hochschulen sollen beschreiben, welchen Stellenwert und welche Bedeutung dieses Förderkriterium grundsätzlich für sie besitzt und wie sie damit ganz konkret umgehen, zum Beispiel in der Außenkommunikation und der Ansprache von Förderern.
     
  • Bewerbungsphase: Identifikation der Zielgruppen
    Die Hochschulen sollen darlegen, welche Maßnahmen sie ergreifen, um die entsprechenden Zielgruppen ausfindig zu machen und zu einer Bewerbung zu ermuntern. Dies betrifft zum Beispiel die bei der Bewerbung abgefragten Informationen sowie die Form und Sprache der Bewerbungsprozesse. Des Weiteren soll beschrieben werden, mit welchen internen Einrichtungen die Hochschulen dabei kooperieren, zum Beispiel International Office, Diversity Management, Studienberatung.
     
  • Auswahlphase: Aufnahme in die Förderung
    Die Hochschulen sollen beschreiben, wie genau sie die Auswahlprozesse so ausgewogen und differenziert gestalten, dass neben Leistungskriterien auch bildungsbiografische Merkmale der Bewerber Berücksichtigung finden.
     
  • Förderphase: Unterstützende und begleitende Maßnahmen
    Die Hochschulen sollen darlegen, inwiefern diese Stipendiatinnen und Stipendiaten auch von ideellen Fördermaßnahmen an den Hochschulen profitieren, zum Beispiel beim Spracherwerb, durch Mentorings oder weitere Integrations-, Bildungs- oder Betreuungsprogramme.
     
  • Erfolgsbeispiele: Einbindung von starken Persönlichkeiten als Vorbilder
    Die Hochschulen sollen anhand von ausgewählten Beispielen zeigen, wie die geförderten Stipendiaten als Vorbilder und Ansporn für andere Studierende wirken können.

Gefördert werden neue Initiativen sowie die Weiterentwicklung bestehender Maßnahmen. Es werden sowohl hochschuleigene Programme als auch gemeinsam mit Dritten durchgeführte Maßnahmen bewertet; die Einbeziehung interner und externer Partner ist erwünscht. Dies kann auch durch einen Verbundantrag zum Ausdruck gebracht werden.

 

Auswahlverfahren

Fünf Sieger-Hochschulen erhalten ein Preisgeld von jeweils 5.000 Euro. Die Mittel sollen zur Weiterentwicklung der ausgezeichneten Formate eingesetzt werden. Ausgezeichnet werden Hochschulen für die besten und kreativsten Maßnahmen, unabhängig von der Zahl eingeworbener Deutschlandstipendien. Die vergebenen Preise sollen eine Bandbreite von Hochschulen unterschiedlicher Art und Größe sowie deren individuelle Ausgangsbedingungen berücksichtigen. Eine unabhängige Jury, die sich aus Vertretern von Hochschulen, Förderern, Wissenschaftseinrichtungen und Studierenden zusammensetzt, wird über die besten Ideen und Formate entscheiden.

Die Preise werden auf der nächsten Jahresveranstaltung zum Deutschlandstipendium verliehen. Die prämierten Initiativen werden über die Webseiten des Stifterverbandes, des Servicezentrums Deutschlandstipendium sowie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung kommuniziert.

 

Antragsverfahren

Der Wettbewerb steht allen staatlichen und staatlich anerkannten Hochschulen in Deutschland offen. Interessierte Hochschulen sind eingeladen, ihre Anträge bis zum 5. April 2019 im Servicezentrum Deutschlandstipendium des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft einzureichen. Die Bewerbung ist an keine besondere Form gebunden, sollte aber auf maximal acht DIN A4-Seiten (ca. 20.000 Zeichen inkl. Leerzeichen) folgende Angaben enthalten:

  • kurze Nennung von Hochschulart, Hochschulgröße und zentralen Profilmerkmalen
  • Beschreibung der übergeordneten Bedeutung des Themas Diversität für die Hochschule
  • Beschreibung der entwickelten Maßnahmen und Zielsetzungen zur Berücksichtigung der besonderen sozialen, familiären oder persönlichen Umstände bei der Auswahl und Förderung von Deutschlandstipendiaten 
  • Erklärung der Besonderheiten des eigenen Ansatzes
  • kurze Darstellung der strukturellen und personellen Verankerung sowie einer möglichen Zusammenarbeit mit weiteren Hochschulbereichen
  • Hinweis zur Verwendung der Fördersumme

Zu jedem Antrag muss ein Deckblatt ausgefüllt werden, das auf dieser Seite zum Download bereit steht. Antrag und Deckblatt sind postalisch in zweifacher Ausfertigung (lose Blätter: nicht geheftet, geklammert oder gebunden) und elektronisch an das Servicezentrum Deutschlandstipendium zu senden:

Dr. Alexander Tiefenbacher
Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e.V.
Pariser Platz 6
10117 Berlin
E-Mail: alexander.tiefenbacher@stifterverband.de

 

Kontakt

Dr. Alexander Tiefenbacher

Servicezentrum Deutschlandstipendium
Pariser Platz 6
10117 Berlin
T 030 322982-514
F 030 322982-515

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